Mittwoch 29.5.

Eben die Absage von einem reviererfahrenen Mitsegler bekommen...............er muss nächste Woche überraschend auf eine Messe.

 

Irgendwie Frust.

Ab 15.6. hätte Georg Zeit. Und das wo ich jetzt schon fast drei Wochen hinter meinem Zeitplan liege.

Vermutlich bleibt mir nichts anderes übrig, als den Plan für die grosse Runde in einem Sommer aufzugeben und die ganz Nummer auf 2 Jahre zu verteilen. Werde das mal gedanklich kneten...............

 

 

 

Samstag 25.5.

Sitze zuhause - auch hier ist es richtig kalt - und sehe im Seewetterbericht, dass es mindestens bis Dienstag bei der Nordostströmung bleibt. Wind bleibt stark.

Also frühestens Donnerstag als Reisetag denkbar.

Habe viele Kontakte genutzt um eine segelerfahrene  zweite Hand zu finden. Sieht nicht gut aus, denn wer hat schon soviel Zeit wie ich......

Luggi ist auf Sardinien, Hejo muss arbeiten, Oli hat Studium (anstehende Prüfungen), Lothar ist bis Ende nächster Woche unabkömmlich. Silvia hat ihren Gatten angeboten, der aber selbst im Kanal unterwegs ist.

Wenn ich niemanden finden sollte muss ich auf jeden Fall ein ganz sicheres Wetterfenster abwarten..............

Geduld ist gefragt. Und das von mir. Schrecklich, aber ich will und werde in dem Revier kein Risiko eingehen.

 

 

 

Donnerstag 23.5.2013

Habe meinen Frust über die Zwangspause inzwischen ganz gut verarbeitet.

Hatte auf der Rückfahrt ein paar Zweifel, ob es nicht besser gewären wäre, vor Ort zu bleiben und weiterzugehen, sobald es geht, aber bei dem Seewetterbericht für die Deutsche Bucht für Freitag.

 

Südwest um 5, rückdrehend auf Ost, Westteil vorübergehend
zunehmend 7 bis 8, einzelne Schauerböen, See 2, Westteil anfangs
4 Meter.

 

hab ich alles richtig gemacht. Die Wetterlage ist einfach Pech (für Sonntag sind Boen bis 9 Bft gemeldet). Da bin ich zuhause einfach besser aufgehoben.

Vielleicht entschädigen Sommer und Herbst......................

 

 

 

Dienstag 22.5.2013

Morgens alles aus der Achterkajüte nach vorne geräumt, damit die Monteure arbeiten können. Dann Schiff an einen stabilen Steg verlegt, damit es für den angekündigten Sturm

gesichert ist. Dann Dusche und finale Abstimmung mit dem Hafenmeister, wie jetzt alles laufen soll.

 

Um 11.30 legt die Fähre ab und wir machen uns auf die Heimreise.

Ich beschliesse, dass ich die Reparatur abwarte und dann schaue, wie sich das Wetter entwickelt. Ich will endlich Sommer oder wenigstens Frühling. Die letzten Tage hatten was von November.......

 

Die Zugfahrt wird budgetschonend vorgenommen (Sonderticket für uns beide unter 50 €). Das heisst aber nix ICE von Norden nach Köln in knapp 4 Stunden, sondern Regionalzüge mit Buszubringer. 6 mal umsteigen (Bensersiel, Esens, Sande, Osnabrück, Münster, Duisburg, Köln und dann ich nach Troisdorf und Oli nach Aachen), aber preiswert. Gegen 20.45 bin ich in Lohmar.

Zurück werde ich mir wohl den ICE gönnen. Der Unterschied bei einer Person liegt bei unter 30 €. Für uns beide hat die preiswerte Nummer 100 € eingespart weil die zweite Person für 6 € reisen kann!!

 

Abends sagt der aktuelle Seewetterbericht, dass es inzwischen kräftig bläst. Der Sturm kam etwas früher als erwartet. Wir haben mal wieder alles richtig gemacht. Ob uns heute wohl das Leck den A.... gerettet hat?

 

Werde die nächsten Tage nutzen, all das, was noch nicht ganz optimal geplant war, nachzuholen und noch die Sachen zu besorgen, die mir inzwischen als fehlend aufgefallen sind.

 

Hier im Logbuch mache ich jetzt erstmal Pause, bis es weitergeht.

  

 

 

 

 

Montag 21.5.2013

Kein Wind. Überhaupt kein Wind. Aber ganz schön diesig.

 

Wetterbericht spricht von Nebelfeldern und schwach umlaufenden Winden.

Notgedrungen Hafentag, weil wir nach allem hin- und herrechnen erkennen müssen, dass wir keine Chance haben, nur unter Maschine den Elbeeingang zu erreichen, ehe HW einsetzt. Ich will nicht riskieren, dass wir kurz vor Cuxhafen den Gegenstrom bekommen und unter Vollast auf der Maschine trotzdem rückwärts gehen……

 

Wir stellen nachmittags fest – bei der letzten Ebbe haben wir geschlafen – dass sich unser Kiel und Ruderblatt ca. 1 m in den Hafenschlick bohrt. Wassertiefe noch 40 cm!!!!!!! Nicht zu glauben. Ein echter Watthafen.

 

Planung für Dienstag: Wetter könnte vielleicht passen: 4 bis 5 Bft aus NW, später 6. In der Nacht auf Mittwoch dann zunehmend auf 7 Bft (wenn wir bis HW (22.30 in Cuxhafen wären, würde uns das nicht stören). Entscheidung: Wetterbericht Dienstag 6.40 hören und dann entscheiden.

 

Wir sind aber garnicht erst gestartet, denn ich habe ein Leck im Schiff entdeckt. Achterkajüte am Ende eines einlaminierten Haltebrettes suppt es leicht. Sieht nach ganz feinem Riss aus, der aber wohl nicht tief geht. Klare Entscheidung: So fahre ich nicht weiter.

 

Hafenmeister sofort kontaktiert und natürlich kennt er jemanden und Ruck-Zuck ist der Auftrag erteilt. Zusage erhalten, dass "das wohl noch diese Woche gemacht werden kann". Da Oli sowieso nachause muss, entscheide ich mich kurzentschlossen für eine Pause, denn das angesagte Wetter ist schauderhaft: Wind bis zu 7 Bft; Regen und nachts bis zu 5 Grad. Wer braucht das in einem Hafen, der doch ziemlich weit vom Schuss liegt und ab 18.00 Uhr keine Verbindung mehr zur Zivilisation hat (Die Bimmelbahn bedient die Fähren und wenn die letzte Fähre durch ist, dann gehts nur zu Fuss (keine Autos und demnach auch keine Busse).  

 

 

 

 

 

Sonntag 20.5.2013

6.40 Wetterbericht. Eher wenig Wind (bis 3 Bft) aus NNO. Nicht ideal, aber passt. Wir laufen um 7.15 so aus, dass wir mit einiger Sicherheit in Norderney noch mit auflaufendem Wasser - also mit dem Strom - einlaufen können.

Die ersten 4 Stunden unter Maschine sind ätzend. Kein Wind und Strom gegen uns ab dem Moment, wo wir nordwestlich vom Borkum-Riff nach Osten eindrehen.

Um 11.30 kommt eine leichte Brise auf, die sich als Halbwind mit ca. 7 bis 11 Knt. Wind entwickelt. Mit voller Besegelung kommen wir – dann auch mit beginnendem Strom nach Osten – auf Speed zwischen 6 und 7 Knt. Endlich ohne Maschine. Ich entspanne mich schnell. Mag es nicht, wenn wir die Maschine so quälen müssen......

 

Auf der Höhe der Ansteuerungstonne Norderney entscheiden wir gegen 14.00 Uhr, weiterzusegeln, um noch Meilen zu machen.

Es bleibt stabil bei gleicher Wetterlage – allerdings den ganzen Tag diesig, aber kein Regen.

Zwischendurch besucht uns ein Spatz, der sich sehr weit aufs Meer gewagt hat. Nach wenigen Minuten fliegt er zurück.

 

Gegen 17.00 Uhr erreichen wir die Ansteuerung Langeroog und da wir noch ca. 1 Stunde bis HW haben, entscheiden wir, reinzugehen.

Die Tonnen liegen völlig anders als auf den Karten (Plotter und Papierkarte). Natürlich folgen wir den Tonnen. Lt Plotter dürften wir noch 0,50 Tiefe haben. es sind aber über 3,00.

 

Und erneut Besuch. Eine Schwalbe ist komplett fertig und schläft ohne jede Scheu eine Stunde auf der Winsch vom Grossfall.

 

Das Fahrwasser zieht sich in langen Bögen auf Langeoog zu und es wird dann zwischen den Inseln extrem schmal (trotz HW). An Stb ist die Brandung auf Baltrum gut zu sehen…….. mir ist immer mulmig, wenn ich mich brandungsnah aufhalte. Oli findet das alles nicht so schlimm bzw. "normal eben"………

Nach dem schmalen Stück zwischen den Inseln wird es wieder breit und wir sehen einige Boote, die sich in den Wattfahrwassern tummeln.

An der Tonne rotgrün gehen wir nach Osten in das Fahrwasser zum Hafen. Gegen 18.30 Uhr machen wir fest.

 

49 sm, davon ca. 15 sm um Borkum herum und 5 sm Anfahrt Langeoog unter Maschine. Wirklich erfolgreicher aber auch sehr anstrengender Tag.

 

 

 

Das ist mein Delfin. Schaut mal bei "Bilder"