Freitag 5.7.13

Susi und Dietmar sind zu Besuch gekommen.

Nach einem nicht zu ausgiebigen Begrüssungsbier Essen geangen.

Skampipfanne, Lammkeule und Dorade. Nein, nicht ich alles hintereinander, sondern wir jeweils.......

Danach ins hiesige Brauhaus. Sehr leckeres Bier.

 

Morgen gehts auf Wasser.

 

 

 

Donnerstag 4.7.13

Schiff von unten begutachtet. Unteres Lager am Ruderschaft ist ausgeschlagen. Hat ordentlich Spiel und macht ungesunde Geräusche. Ist aber nicht kritisch. Kann nix passieren, aber muss gemacht werden.

Außerdem ist das Lager am Ende der Welle (vor der Schraube) auch hinüber. Hatte mit der Werft in Holland damals gesprochen, dass sie beim Ausbau der Welle (Pytondrive wurde erneuert) alle Lager tauschen. Ist offensichtlich nicht passiert. Übrigens hat in NL noch niemals jemand so einfach und klar eine Diagnose gestellt und Lösungsvorschläge erarbeitet, wie hier; sowohl in Rendsburg wie auch hier in Kühlungsborn top-Service. Von Werften in NL habe ich die Schnauze voll - auch wenn man nicht verallgemeinern darf...... aber das Vertrauen ist weg.

 

Habe beschlossen, meine Planung komplett umzuwerfen.

Bleibe hier liegen - der Hafen ist Klasse, der Liegeplatz optimal, der Ort nett - und versuche mir noch die eine oder andere Crew zusammenszustellen und mache dann die Lübecker Bucht unsicher. Auf den Webcams vom Hafen ist das Schiff gut zu erkennen. Erste Box am ersten Steg. Zwischen mir und der Spundwand liegt ein grosser Katamaran.

Inzwischen habe ich mir auch eingestanden, dass mir die Langschläge alleine einfach zu anstrengend sind. Außerdem ist das Anlegen in den Häfen In DEN und SWE 

alleine zumindest bei Wind sehr schwierig, da es keine Stege gibt, sondern nur freistehende Dalben. Auch muss ich wohl akzeptieren, dass man irgendwann seinem Alter Tribut zollen muss..............Frust hält sich aber in Grenzen.

 

Wie es nach der Heimatpause weitergeht, sehen wir dann. Ich könnte bis zum Saisonende hier liegen und Winterlagerangebote habe ich auch schon. Eine neue Adresse kommt noch; besorgt mir Matthias, den ich unterwegs kennengelernt habe. Da liegt das Schiff von der Segelgruppe der Ruhruni. Soll sehr gut sein; in der Nähe von Bad Schwartau. Von hier max. 2 Tage.

 

Morgen kommt Dietmar mit Frau und wir werden Samstag segeln gehen.

Freue ich mich drauf, denn so ganz langsam ist gut mit Alleinsein.......

 

Trotz allem bin ich aber bester Laune. Also keine Angst, liebe Leser, alles gut.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch 3.7.13

Heute wieder gemeisames Früchstück. Wieder kein Wind.

Also Idee, zusammen nach Heiligendamm zu fahren, ehe die beiden wieder gen Heimat düsen. Gesagt getan.

Vorher habe ich noch einen Spezi vom Nachbarschiff nach meinem klackernden Ruderschaft schauen lassen. Er wurde nachdenklich. Befürchtung: Unteres Lager ausgeschlagen. Empfehlung: Kontrolle.

Und schon wieder habe ich Glück: Kranen geht hier für kleines Geld. In NL locker über 200 und hier deutlich unter 100.

Mittwoch um 9.00 Uhr wird gekrant und ein Fachmann wird vor Ort sein.

Schaun wir mal, was es ist.

Ist jetzt nicht so schlimm, da ich eh einmal raus wollte, um mich um die singende Schraube zu kümmern und auch gleich nach dem Speedmesser schauen kann.

 

 

 

Dienstag 2.7.13

Um 9.00 mit Andrea und Bernhard zum Frühstück am Hafen getroffen, Unter großen Sonnenschirmen gesessen, weil es geregnet hat. War aber ganz schnell vorbei und es wurde ein Traumtag.

Mit Andrea dann raus. Vor dem Hafen waren es um die 10 Knt- Vollzeug hoch und dann erstmal gegenan Richtung West-Kühlungsborn. Leider schlief der Wind dann sehr schnell völlig ein. Und durch die alte Weller von den letzten Tagen war es etwas schaukelig....

Nach insgesamt gut 2,5 Std. dann unter Machine wieder in den Hafen. Ein wenig schade für Andrea.

Am Nachmittag wäre wir dann nochmal raus, aber es tat sich garnichts mehr windmäßig.

 

Bernhard hatte für abends ein Strandfest aufgetan, wo wir dann auf Bratwurst und Flaschenbier hin sind.

Auf dem Rückweg zum Boot bin ich dann noch auf einen Absacker in eine Kneipe am Hafen und ein wenig versackt............einfach schön hier.

 

 

 

Montag 1.7.13

5.30 aufgestanden, weil ich eh kaum geschlafen habe. Das
Magengrummeln ist deutlich weniger aber tiefer in den Eingeweiden – näheres
hier besser nicht – klappt noch nicht alles.

 

Egal; Andrea und Bernhard warten.

 

6.45 abgelegt. Etwas verzwickt, weil Heilgenhafen nur die
blöden Pfähle hat.

Habe am Nachbarschiff eine Mittelleine belegt und konnte
dann ganz entspannt ablegen. Die Lösung ist mir in den Wachphasen der Nacht
gekommen. Wer rät, an welchem Ort das wohl war?????

 

Am Hafenausgang gleich Fock und Besan hoch, aber viel zu
wenig Wind. Also mit schlagenden Segeln und Maschine Richtung Fehrmansundbrücke.
Am Ende des betonnten Fahrwassers hinter der Brücke dann Gross dazu und es lief so mit 3,5 Knt bei 7 bis 8 Knt Wind. Nicht so schlecht, aber viel zu langsam. Ich will ja
schließlich ganz rüber. Maschine dazu und dann mit ca. 5,5 Knt auf Kurs 120 Grad. Den Kurs konnte ich am Wind gut anliegen.

Nach knapp 30 Minuten ging der Wind auf 10 bis 14 Ktn hoch
und die Maschine konnte ausgemacht werden. Gut 4,5 Knt Fahrt. Und der Magen hat
sich beim Schaukeln unter Maschine ganz gut beruhigt. Die weiter unten liegenden Regionen noch nicht so ganz, aber ich habe ja einen Autopiloten………J

 

Der Wind war zwar nicht bei W wie angesagt, sondern bei SW,
aber die 120 Grad waren möglich. Wind sehr stabil und bereits gegen 12.00 durch
das Fahrwasser Lübeck-Gedser durch. Danach – ich war ganz sicher schon aus dem
Fahrwasser raus – kam eine ganz Großer und hat mich auf der Landseite passiert.
Der gehörte da eher nicht hin und hat mich natürlich erstmal angenervt, ehe ich
gemerkt habe, dass er einfach stur geradeaus läuft. Hier hätte ich sogar
Wegerecht gehabt, aber wie soll ich dem das klar machen. Ich habe ganz laut das
böse Wort mit A am Anfang gerufen. Das hat er bestimmt gehört und sich seine
Gedanken gemacht…….

 

Vor der Wismarer Bucht aber noch ohne Landsicht frischte der
Wind dann deutlich auf und drehte auf West – weit im Osten sah man einen
mächtigen Gewitterturm. Wohl die Ursache für das Auffrischen.

 

Ich konnte dann 100 Grad anliegen, so dass er fast
achterlich kam. War zwar sicher, dass ich das Gross besser wegnehmen sollte,
aber es lief gigantisch. In der Spitze 8.8 Knt; wußte garnicht, dass die alte
Dame das kann………..

 

Habe einen anderen Segler mit Vollzeug (aber nur einem Mast) voll versägt.

Trotzdem wäre ein Bergen des Gross vorsichtiger gewesen. Es ist mit mir durchgegangen, aber ich hatte schon wieder Glück und es wurden nicht mehr als 24 Knt. Hätte sonst etwas heikel werden können……. Ist aber nicht.

War im Grunde ein Fehler. Werde ich so nicht mehr machen. Savety first muss oberste Prio haben.

 

Vor der Einfahrt nach Kühlungsborn gegen 13.30 Segel runter. War etwas kniffelig, denn ich hatte nicht genug Raum um unter Maschine und Autopilot mit genügend Gas gegenan zu gehen, um die Segeln zu bergen. Das Gross hackt nach wie vor etwas. Ich muss immer zum Mast. In kabbeliger Welle immer eine Turnübung, aber ich bin ja der
geborene Leistungsturner………..

Die Landabdeckung vor dem Hafen war aber recht hilfreich.

Beim Anlegen standen Andrea und Bernhard schon am Steg und
nahmen die Leinen an. Eine tolle Sache sowas nach der Nummer in Heilgenhafen.

Dann sind wir erstmal zusammen auf ein Bier gegangen. Nicht
zu glaube, aber Radler ging schon wieder. Magen hat sich wieder normalisiert.
Dann Duschen und abends Treffen mit den beiden und lecker Essen gewesen. Habe
mich für die Einladung in Delfzijl revanchiert.

 

Und morgen macht Andrea die erste Hochseeerfahrung. Hoffen
wir mal, dass das Wetter hält.

 

Erster Abend, an dem ich mit dem Klappstuhl an Deck sitzen kann und in der untergehenden Sonne diese Zeilen schreibe............

Es wird Sommer.

 

Ich will jetzt ein paar Tage in Kühlungsborn bleiben, denn
die Magen-Darm-Nummer hat mich doch etwas geschafft. Bin einfach platt und
weiss inzwischen, dass ich zwei Tage brauche, um wieder richtig fitt zu werden.

 

Außerdem kommt Dietmar am Freitag und wir gehen Samstag Segeln.

Ich nutze das Angebot 7 Tage liegen und 6 bezahlen.

In der Woche muss ich mir überlegen, wie es weitergeht.

 

Zum einen würde ich gerne ein paar Leute mitnehmen, weil mir
das Alleinsein inzwischen etwas langweilig ist. Außerdem ist eine zweite Hand
beim Segeln nicht so schlecht. Schaun wir mal, was bei meinen Überlegungen
rauskommt.

 

Zum zweiten muss ich überlegen, wie ich jetzt weitergehe.
Warnemünde Rügen und dann Richtung Polen, oder über Dänemark nach Schweden und dann dort nach Norden. Ich weiss wirklich nicht.

 

Werde das wohl vom Wind und von meiner Fittness anhängig
machen müssen.

 

 

 

Sonntag 30.6.13

 

 

Morgens um 6.00 Uhr wecken, alles klar gemacht wie immer und
dann um 7.45 Wetterbericht. Sturmwarnung für Belte und Sund mit Boen bis 7 Bft
rund Fehmarn. Das ist nicht mein Wetter.

 

Zu allem Überfluss Magen-Darm. Das hätte mir noch gefehlt unterwegs.

Am Freitag hatte ich schon erste Anzeichen, aber harmlos.

Sonntag aber gegen Mittag völlig flach gelegen und leise
Zweifel gehabt, ob Montag überhaupt irgendwas geht.

Deshalb mit Andrea telefoniert und erfahren, dass sie am Montag auf
jeden Fall in Kühlungsborn ankommen. Also keine Zicken und Montag morgen los,
Wird schon gehen, zumal der Wetterbericht 4 bis 5 aus West – ideal für den
Schlag – vorhersagt.

 

 

 

 

Das ist mein Delfin. Schaut mal bei "Bilder"