29.8.13

Morgens um 9.00 in Heiligenhafen abgelegt und bis zur Fehmarnsundbrücke gesegelt bei weniger als 5 Ktn Wind. Dann Maschine und bis nach Kühlungsborn über die Ostsee getuckert. War völlig unspektakulär bis auf eine Begegnung mit einem von backbord achterlich auf uns zulaufenden Frachter. Habe dann zu Übungszwecken das Radar verfolgt.

ca. 30 Minuten lagen wir genau auf Kollisionskurs. Da wir Wegerecht hatten - und gute Sicht - haben wir den Kurs gehalten um zu schauen, ob der Große Platz macht. ca. 20 Minuten vor berechneter Kollision hat er leicht Ruder gelegt - schätze 10 Grad - und lief dann ca. 0,25 sm vor uns durch. Wir haben dann nach ca. 4 Minuten sein Kielwasser erreicht.

Ansonsten war die Überfahrt eher langweilig.

 

In Kühlungsborn geht Christian nach einem tollen Törn von Bord und ich habe 2 Tage Zeit für das Schiff und mich................

 

 

28.8.2013

Von Spodbjerg nach Heiligenhafen (38,3 sm 8,5 Std unter Maschine)

 

Um 8.30 abgelegt in Spodbjerg nach einer sehr ruhigen und entspannten Nacht.

Wir mußten davon ausgehen, dass es wenig Wind hat. Außerdem war diesiges Wetter angesagt.

Wegen des Stroms im Belt haben wir uns wie geplant an der 10-m-Linie nahe unter Land vorangeschlichen und es lief auch ganz gut. Es war deutlich weniger Strom und wir laufen bei 2.500 Umdrehungen 4,8 Knoten auf Kurs 200 Grad. Immer wieder Nebelfelder, die sich aber in der zunehmend stärkeren Sonne schnell auflösen. Gegen 11.00 haben wir die Südspitze von Langeland querab und es geht Richtung Querung des Kiel-Ostsee-Wegs aufs freie Wasser. Diese Fahrrinne ist neben der Kadetrinne zwischen Klintholm und Darsser Ort die am stärksten befahrene Route der Grossschifffahrt in der Ostsee. Von hinten kommen die Schiffe aus dem Belt und quer gehen die Schiffe in und aus dem NOK.........also im Grunde der gesamte Ostseeverkehr nach Skandinavien und in die baltischen Staaten, Polen und Rissland.

Um 11.30 erster Nebel, der sich bis auf knapp 100 Meter Sicht reduziert. Schwimmwesten an, Nebelhorn (Fantröte aus dem Fanschop des FC) parat gelegt und einer ans Radar und einer Ausguck. Tierisch anstregend und stressig, denn ich sehe auf dem Radar mehr als 10 Schiffe (drei davon Segler auf unserem Kurs, die wir natürlich vor der Nebelbank noch gesehen haben. Der Rest aber undefinierbar gross. Wir haben konsequent Kurs und Speed gehalten - kostet aber Nerven - damit wir für die Grossen

einschätzbar sind. Wir gehen einfach davon aus, dass die uns auf ihrem Radar sehen (Habe mir während der Nummer geschworen, mir einen aktiven Radargeber zuzulegen).

Es ist mir extrem schwer gefallen, die Geschwindigkeit und Fahrtrichtung der Großen am Radar einzuschätzen, da auch wir uns natürlich bewegen. Klar erkannt habe ich aber, dass wir immer 0,5 bis 1,0 sm frei von anderen Schiffen waren. Ist leider nicht soviel, wenn man weiss, dass die Großen leicht mal 15 Ktn (also 1 sm in 4 Minuten...) machen.

Nach knapp 2 Stunden Blindflug riss es dann gegen 13.20 aber Gott sei Dank auf und ich sah in Natura, was ich auf dem Radar nur ahnen konnte. Wir waren 2/3 der 8 sm breiten Fahrrinne blind gefahren...... dabei sind 2 Schiffe hinter uns durchgelaufen, eines von backbord achtern kommend hat in die Ostsee nach Norden drehend von uns abgelassen und 4 sind vor uns durchgegangen. Ich gehe mal davon aus, dass die uns alle auf ihrem Radar hatten. Bei der ersten Hälfte der Querung hatten wir Wegerecht; in der zweiten Hälfte dann nicht mehr, aber da sah man ja wieder was........

Sehr anstregend und aufregend.

Danach dann bei strahender Sonne weitergetuckert bis Heiligenhafen. Gegen 17.00 Uhr waren wir dort fest. Christian hatte eine Freundin für die Überfahrt nach Kühlungsborn eingeladen.

 

 

 

 

 

 

 

27.8.2013

Auf Femoe um 11.00 Uhr losgemacht nach ausgiebigem Ausschlafen. Gestern der Schlag war extrem anstrengend, weil man ständig sowohl am Ruder als auch am Plotter aufpassen musste.

Vor dem Hafen Segel (Vollzeug) gesetzt und dann etwa bis
Höhe der Nachbarinsel (Vejro) bei knapp 10 Ktn Wnd aus Ost gesegelt. Max 4 Ktn.

Um 12.30 dann Maschine mit stehenden Segeln in der Hoffnung, dass noch Wind kommt. Kam aber nicht. Zu allem Überfluß auch noch bis zu 2 Ktn Gegenstrom im Belt. So lag der Speed oft bei unter drei Ktn und teilweise sogar nur bei 1,6 Ktn, obwohl die Maschine fast 3.000 Touren lief. Wir haben dann gegen 15.30 das Ziel Bagenkoop hinter der Südspitze von Langeland aufgegeben und haben den Hafen Spodbjerg an der Ostküste von Langeland angelaufen. Dahin mussten wir die Belt-Fahrrinne queren – und dass mit der Speedbehinderung. Gruselig. Wie beim Überqueren der Autobahn auf Krücken……..

 

Um 18.00 Uhr waren wir im Hafen fest. 28,4 sm in 7 Stunden.

 

Morgen geht’s nach Heilgenhafen oder Burgtiefe und Donnerstag dann zurück nach Kühlungsborn. Für morgen steht uns vermutlich noch ein Maschinentag gegen Strom bevor. Wir wollen gegen 8.00 Uhr ablegen und uns an der 10-m-Linie aus dem stärksten Strom raushalten. Mal schauen, ob wir die befürchteten 10 Stunden brauchen……

 

 

 

 

 

 

26.8.13

Von Rödvig nach Femö (46,6 sm)

 

Die Nacht war grausam. Gegen Mitternacht entstand Schwell von der Seite im Hafen, so dass die W. ständig an den Seilen geruckt hat. Gegen 3.00 Uhr haben wir die Leinen verkürzt, um dass Einrucken etwas zu mildern. Schlaf war aber nicht gut möglich. Habe mich dann in die Messer gelegt, weil das Rucken und Knirschen der Leinen dort erträglicher war. Gegen 6.00 liess der Schwell nach.

Morgens in der Box die Fock wieder hochgezogen und eingerollt.

Ablegen um 9.30. Sonne, Wind aus Ost-Nordost mit 4 Bft. draussen stand noch die alte Welle vom Vortag. Kurs 210 Grad Richtung Ansteuerung Bögestrom. Wir hatten aufgrund eines Tipps vom Nachbarschiff (Lotte aus Laboe) den Kurs zwischen Lolland im Süden und Saeland im Norden gewählt und es sollte sich lohnen. 

Die Welle nahm ab als wir die Ansteuerung gegen 11.00 erreicht hatten. Von hier aus ging es in einem schmalen betonnten Fahrwasser zwischen die beiden Inseln. Wir konnten aber mit Fock und Gross seglen und liefen stetig um die 4 Ktn.

Der Kurs führte uns durch 3 Brücken, die alle über 20 m Durchfahrtshöhe hatten.

Nach der zweiten Brücke, die Falster mit Saeland verbindet, haben wir das Fahrwasser gewechselt. Dafür mussten wir über ein Flach. Mit Hilfe des Plotters - Christan Plotter und ich Ruder - ging das ganz gut, auch wenn der Weg in vielen Windungen auf die nächste Brücke zuführte.

Vor Wechsel des Fahrwassers hatten wir entschieden, nicht nach Vordingborg zu gehen, sondern weiter nach Femö zu segeln. Geschätzte Ankunftszeit gegen 21.00 schien uns machbar, zumal der Hafen auch bei Dunkelheit gut anzusteuern sein soll. Sagt zumindest der Revierführer. War auch so (um keinen überflässigen Spannungbogen aufzubauen...:-)).

Um 16.30 gings durch die dritte Brücke (Saeland/Lolland) und wir bekamen achterlichen Wind. Daher Fock ausgebaumt und mit rund 6 Ktn in die Abendsonne gesegelt. Tolle Bilder. Da wir von der Brücke bis Femö freies Wasser hatten, war es ein sehr entspannter Schlag, nachdem wir den ganzen Tage ständig auf Fahrwasser und Tiefen achten mussten (Karte, Plotter, Tiefenmesser).

Aus Sicherheit wegen der Erlebnisse am Vortag mit der Fock habe ich dann alle beweglichen Teile nochmal gecheckt und mir ist aufgefallen, dass die Rollanlage defekt ist. Hatte ich am Morgen bei Reparatur und Setzen nicht festgestellt! Es hatte sich ein Bolzen losgerüttelt. Leider ein Imbus mit englichen Massen, so dass ein Festziehen nur und sehr mühsam mit einer Flachzange möglich war. Gut dass ich das nochmal gecheckt hatte und der aktuelle Kurs eine Reparatur unter Segel zuließ.

Um 19.30 hatten wir bereits die Ansteuerungstonne voraus. So schnell waren wir über einen längeren Zeitraum noch nicht gesegelt (fast 20 sm in 3 Stunden.

Um 20.00 Uhr waren wir in einem kleinen, sehr gemütlichen Hafen fest.

 

An dem Abend musste ich dann aus geschäftlichen Gründen entscheiden, dass der nächste Törn - Peter kommt ein paar Tage - auf die Zeit vom 1. bis 4.9. verkürzt werden muss. Ist für ihn sehr schade, aber es gibt Dinge, die zwingend sind.

 

Der Tag war ein absoluter Traum von Wetter, Wind und Landschaft. Kaum zu toppen.

 

 

 

 

 

 

25.8.13

Von Malmö nach Rödvik (38,7 sm in 7.5 Std)

 

Gestern Abend noch frische Sachen eingekauft und recht früh ab in die Koje.

Aufstehen gegen 7.00 und Ablegen um 8.30. Segel (Fock und Gross) um 8.40 im Hafenbecken gesetzt und raus in den Sund.Kurs ca. 330 Grad Richtung Rödvig.(wieder Dänemark). Die Route im Plotter liegt bei 34,5 sm.

Nach 1,5 Stunden haben wir die Sundbrücke zwischen Koppenhagen und Malmö durchfahren. Danach wieder aus der Fahrrinne raus und bei wenig Wind Richtung Ansteuerung Hafeneinfahrt Koppenhagen. Danach dann auf die Ostspitze von Sjaeland Kurs abgesetzt. Bei Wind unter 5 Ktn dann unter Maschine ohne Fock und mit dichtem Gross mit 3,6 Ktn Marschfahrt weiter. Nach ca. 30 Minuten kam dann der angesagte Wind mit 5 Bft aus Ost. Mit Fock und Gross dann sehr schnell auf 5 bis 6 Ktn Speed hoch am Wind. Wenig Berufsschiffahrt. Tortzdem haben wir uns vom VTG (Verkehrstrennungsgebiet; das dürfen wir nur in einem Winkel von 0 bis 15 Grad queren) freigehalten.  Um 13.30 Reff 1 ins Gross, weil der Ruderdruck zu stark wurde. Danach auch mehr Speed weil weniger Lage. In der Spitze fast 7 Ktn. Wind lag stetig bei 20 Ktn auf dem Windmesser. Also gut 5.

Gegen 13.45 einen Segler mit Fock back und "etwas schwarzem aussenbords" ausgemacht und in der Vermutung von Problemen gewendet und hingefahren. War aber nix. Die hatten das Schiff zwar nicht im Griff, war aber alles ok. Wie wir später im Hafen erfahren haben, wollten die sich ein wenig ausruhen in beigedrehter Stellung. Und den Fender hatten man nicht bemerkt.............. Manche sind mit viel Gottvertrauen (und sonst nix außer Charterschiff) unterwegs.

Nach der Nummer wieder Kurs aufgenommen und dann gegen 16.30 Richtung Hafen eingedreht. Von weit draußen angefahren und zuerst Gross weg und dann kurz vor dem Hafen die Fock. Dummerweise hatte sich die Leine der Rollanlage aus der Rollbox gelöst (nicht stramm belegt heute morgen und durch übergehende Wellen hat es dann die Leine aus der Rollanlage geschwemmt), so dass wir nicht per Rollanlage bergen konnten. Haben dann die Fock runtergenommen um im Hafen zu reparieren. War ein "tolles" Bild: Christian am Bug mal vor dem Himmel und dann kurz vor dem Untertauchen. Habe einigermassen erfolgreich die Welle ausgesteuert bekommen. Er war nicht nass!

Um 17.30 waren wir fest. Wegen des heftigen Windes im Hafen war der Anleger nicht ganz einfach. Erst zu schmale Box angefahren und dann ein gefunden, in der ich nur mit Gas durch die Dalben gekommen bin. Aber fest ist fest.

Morgen Klintholm. Wetterbericht sagt 4 bis 5 aus NO; wäre ideal...........

 

 

24.8.13

Von Gislov nach Malmö (34,2 sm in knapp 8 Std)

 

Recht gut erholt aufgewacht. Wetterbericht sagte 4 bis 5 aus
Ost. Später norddrehend.

Um 9.30 abgelegt. Gross und Fock mit Kurs auf den
Falsterbokanal mit Ziel Malmö. Richtig guter Wind und Sonne pur..

Kurz vor 13.00 Uhr haben wir nach etwas suchen nach der
Kanaleinfahrt die Brücke erreicht. Das Festmachen zum Warten auf die
Brückenöffnung (13.00) war etwas schwierig. Wir haben an einem max. 4 m langen
Betonklotz festgemacht. Schiff lag voll im Winddruck, aber mit eingekuppelter
Maschine rückwärts lagen wir relativ stabil. Bei Öffnungssignal (rot über gelb)
haben wir losgemacht und ausgerechnet hier hatte ich einen Knoten in der
Heckleine…………. Brassel und Maschinenhilfe. Ging dann aber.

 

Nach der Brücke ganz langes Fehrwasser Richtung Sundbrücke –
ähnlich Zeelandbrug aber noch viel mächtiger. Tolles Bild. Im Sund deutlich
weniger Welle und anfangs auch weniger Wind durch die Landabdeckung. Nach dern
Brücke dann Aufkreuzen unter Fock und Besan bei 6 Bft. In Boen 7. Schiff lief
am Wind fast 7 Ktn. Christian hatte Riesenspaß.

 

Vor dem Hafen dann große Rennkatamarene und x-34 Yachten
beim Training gesehen. Sind mit uns in die Hafeneinfahrt gesegelt. Die
x-Yachten waren tatsächlich etwas schneller als wir. Aber nicht viel.

 

Um 17.15 waren wir dann in Malmö Dorgan (Stadthafen in
Malmö) fest. Wieder Heckdalben, die zu zweit aber kein Thema sind. HWS hat
erstaunlich gut gehalten. War kaputt, aber nicht so durch den Wind wie gestern.

Lecker gegessen und jetzt ist Christian einkaufen und ich mache
den Text.

 

Morgen soll es nach Rödvig in Dänemark gehen. Nördlichster
Punkt meiner Reise ist in Malmö erreicht. Hatte mehr vor, aber das Thema hatten wir ja schon zu Genüge.

 

Gleich noch Wetterbericht hören und dann Koje. Wir wollen
gegen 9.00 Uhr ablegen.

 

 

  

 

 

 

 

23.8.13

Käsberga nach Gislovs Läge (38,6 sm7,5 Std)

 

Morgens haben wir eine Thingstätte angesehen. Ein Steinmal
in Schiffsform, bei dem die Steine so ausgerichtet sind, dass man am längsten,
kürzesten und an den beiden Tagen mit 50/50 hell/dunkel die Sonne genau über
einem markierten Stein aufgehen sieht. Die Kultstätte der Wikinger ist von ca,
1000 n.Chr. Liegt direkt oberhalb des Hafens.

 

Dann nach kurzem Einkauf um 10.30 abgelegt. Wind zwischen 15
und 20 Ktn aus Ost. Fahrt durchweg über 5 Ktn. Welle um die 1,50. Zuerst
versehentlich mitten durch ein Schiessgebit gefahren. Hat aber keiner
geschossen. Gemerkt habe ich es, weil ich am Ufer „niedliche kleine Häuser“
ausgemacht hatte. Aber das Fernglas zeigt: Das waren Schiessstände……..

 

Wir konnten nicht genau achterlich fahren und sind deshalb
vor dem Wind gehalst. Guter Wind und ganz ordentliche Welle.

 

Die Ansteuerung auf Gislov – ein Vorort von Trelleborg – war
etwas schwierig, weil im Führer etwas von einem Unterwasserfelsen „östlich der
ersten Spiere“ stand und wir die Spiere nicht gefunden haben. Sie stand kurz
vor dem Hafen und danach war es auch kein Problem. Hatten einen Liegeplatz
ganz am Ende des Hafens nachdem wir erst neben dem Kran festmachen mussten, da
ich keine Lust zum rumsuchen hatte.


Hatte massive Probleme mit der HWS. Hat sich aber über
Nacht dank Voltaren gegeben. Gott sei Dank

 

 

 Und hier noch ein Foto von dem Steinkreis aus der Wikingerzeit:

 

 Mehr findest Du hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Ales_stenar

 

22.8.13

Beginn der Rückreise (Bergfest).

 

Morgens um 10.15 in Christianoe abgelegt Richtung Käsberga
in Schweden. Ein Schlag von ca. 37 sm.

Vor dem Hafen Vollzeug gesetzt, aber wir müssen genau
gegenan und die Strecke ist zum Aufkreuzen viel zu lang. Außerdem weht nur ein
schwacher Wind (6 bis 8 Ktn, der uns hoch am Wind kaum 2 Ktn laufen lässt. Das
wären gut 24 Stunden…..).

Also Maschine. Kurs 280 Grad und unter 5 Ktn Marschfahrt mit
stehendem Gross und Besan bei wenig Welle Richtung Schweden.

 

Ca. in Höhe des Nordkaps von Bornholm lagen 2 Schiffe vor
Anker, von denen man sich 1 sm freihalten musste. Die Info wurde uns von einem
Beiboot eines Wachschiffes mitgeteilt. Hat aber unseren Kurs – wir sollten
kurzzeitig 255 Grd laufen – nicht beeinflusst.

 

Gegen 14.00 Uhr waren wir am Verkehrstrennunggebiet und haben
vorschriftsmässig gequert. Radar war hier hilfreich, weil man die Annäherung
der großen Pötte gut einschätzen kann. Außerdem war es eine gute Übung, wenn
man mal ohne Sicht ein so stark befahrenes VTG (Verkehrstrennungsgebiet;
bedeutet, dass der durchgehende Verkehr Richtungsfahrbahnen hat, was die
Querung erleichtert) queren muss. Nach knapp 3 Stunden – jede
„Richtungsfahrbahn“ ist ca. 6 sm breit – waren wir durch. Der nordgehende
Verkehr war deutlich stärker. Hier haben wir 3 passieren lassen, ehe wir
gequert haben. Die südgehende Bahn konnten wir ohne Ausweichmanöver queren. Ein
Frachter hat frühzeitig den Kurs angepasst, so dass wir Kurs halten konnten.

Danach dann ein kurzer Schauer. Das intensive Regenband zieht
steuerbord an uns vorbei. Die Regenzellen waren auf dem Radar gut zu erkennen.

 

Um 18.45 waren wir in Käsberga fest. Ein kleiner Schutzhafen
mit einer etwas unklaren Ansteuerung nach Richtfeuer. Dank Plotter und guter
Sicht war es aber ganz gut zu machen. Wir haben dann gleich an der Einfahrt
festgmacht, auch wenn uns der drehende Wind auf Ost für die Nacht etwas Schwell
bringen wird. Schien mir aber besser, als am quer zum Schwell liegenden Teil
der Mole. Die ruhigen Plätze waren bereits belegt.

Im Hafen war natürlich alles schon zu. Ausserdem sieht man,
dass in Schweden sie Saison vorbei ist.

 

38,7 sm in 8,5 Stunden, aber alles unter Maschine.

 

 

 

 

 

 

21.8.13

Gudjem – Christanoe

 

Um 9.15 in Gudjem abgelegt und zum Wasser bunkern auf die
gegenüberliegende Seite des kleinen Innenbeckens verholt. Etwas kniffelig, weil
entgegen meiner Einschätzung der Wind gegen mein Manöver war. Musste dann
wegen akutem Platzmangel zweimal vor und zurück, ehe wir anlegen konnten.

Nach dem Bunkern dann vor der Fähre nach Christanoe raus aus
dem Hafen und jenseits der 10-m-Linie um 10.15 Fock und Gross gesetzt. Kurs 50
Grad. Wind zwischen 12 und 14 Ktn aus W. Fahrt mit 5,7 Ktn bei raumem Wind und 1,0 m Welle . Schönes Segeln.

 

Um 11.40 liegt die Insel voraus. Die See hat hier über 80
Meter Tiefe und diese Tiefe geht ganz nah an die Insel. Wir entscheiden, vor
dem Einlaufen die Insel einmal zu umrunden, was sich als grandiose Idee
erweist. Es ist ein traumhaftes Bild, die Felseninsel mit Ihrer Befestigungsanlage
von allen Seiten zu betrachten. Der Kanal zwischen der bewohnten und der
unbewohnten Insel ist wegen Unterwasserfelsen etwas heikel, aber mit dem
Plotter – einer Ruder und einer Plotter – geht das ganz problemlos.

 

Dann steuren wir nach der Umrundung den Hafen an, was bei
der Welle nicht ganz einfach ist. Rechts und links Felsen. Schmale Rinne und
seitliche kräftige Dünung. Außerdem geht die Tiefe sehr nah an die Einfahrt und
springt dann abrupt auf unter 10 m. Mir wird klar, warum man den Hafen bei mehr
als 5 Bft aus Süd nicht anlaufen kann. Auslaufen auch nicht….

 

Mit viel Gas und guter Vorhalte – wozu immer etwas gute
Nerven gehören; man muss gegen den Strom auf die Kaimauer zuhalten und die
Welle drückt einen dann (wenn alles klappt) in die Mitte der Einfahrt. Ohne
diese Vorhalte kanns einen auf der Lee-Seite ans Unfer drücken. Außerdem hilft
es, wenn man sein Schiff kennt – laufen wir genau mittig in die ca. 30 m breite
Hafeneinfahrt. Sofort Gas weg, weil man mit richtig Schwung reinkommt und der
Strom schlagartig abbricht.

 

Wir legen dann gegen 12.45 an.

Christainoe ist der östlichste bewohnte Punkt Dänemarks.
Eine echte Aussenstelle der Zivilisation. Ein faszinierender Fleck. Kleine
geduckte Häuser mit ganz kleinen Gärten. Ganz ähnlich wie die Gefangeneninsel
im Film Papillon. Nur nicht ganz so umtost – im Sommer. Ein Laden, ein Cafe und
Restaurant, eine Fischräucherei und 120 Einwohner, die meist Renter sind und
früher bei der Marine gedient haben. So toll wie das jetzt alles wirkt – im Winter
ist das sicher ganz speziell hier.

Tagsüber viel Trubel, weil die Fähren Turis auf die Insel
spucken, die überall rumtapern – fände ich als Bewohner nicht so lustig – aber
um 16.15 legt die letzte Fähre ab und die Insel hat Ruhe. Nur Ureinwohner und Segler
– heute 16 Schiffe und es ist damit recht voll (3-er-Päckchen an der Mole)

Und hier ist auch der östlichste Punkt meiner Reise in diesem Jahr.

 

Ein wenig mehr über die tolle Insel findest Du hier:

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Christians%C3%B8

 

 

 

 

Wir sind jetzt Luftlinie 150 sm (270 km) von Kühlungsborn und 465 sm
(750 km) von Port Zeelande entfernt. Ich hatte zwar viel mehr vor, bin aber mit
dem Erreichten absolut zufrieden. Mein Plan war etwas zu mutig……..

 

Von hier geht es ab morgen über Schweden zurück nach
Kühlungsborn. Dort steht noch ein 10-Tages-Törn mit Peter an und dann geht’s
nachhause. Wird auch Zeit jetzt.

 

 

 

 

 

 

20.8.13

Von Hammerhavn nach Gudhjem (13,2 sm in gut 2,5 Stunden)

 

Morgens ausgeschlafen und gegen 10.30 aufgebrochen, um die
Ruine oberhalb des Hafens anzuschauen. Hat sich absolut gelohnt.

 

 

Mehr Infos findest Du unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Hammershus

 

 

Wetter ist sehr gut; Windansage liegt bei 4 bis 5 Bft aus W.

Gegen 13.45 abgelegt in Hammerhavn und um das Kap gesegelt.
Erst bei wenig Wind unter Maschine. Sehr schaukeling. Dann Fock dazu, um das
Boot etwas zu stabilisieren.

 

Als wir das Kap gerundet hatten, kam Wind auf, der auch
stetig zunahm. Bei achterlichem Wind sind wir dann mit 5 bis 6 Ktn Richtung
Gudhjem gesegelt. Zwischendurch haben wir dann 4 Mann-über-Bord-Manöver gefahren. 2 davon erfolgreich. Natürlich nicht mit Mann über Bord sondern Fender. War aber realisitsch, weil der schwarze Fender kaum auszumachen ist auf der welligen See. Während der Manöver hatten wir 5 bis 6 und mit voll ausgerefftem Gross war das schon heftig. War aber wichtig, das mal realistisch zu machen. Man ist dann anschließend doch
sicherer.

Hafenansteuerung war wegen Felsen rechts und links von der
Einfahrt nicht ganz einfach, aber mit dem Plotter – Detailkarten habe ich von
Bornholm nicht – und zu zweit (einer Plotter, einer Pinne) geht das gut.

Die schwierigen Ansteuerungen mache ich und Christian navigiert. Wenns schon scheppert, dann mache ich das lieber selbst.............

 

Winziger Hafen von hohen Mauern geschützt. Sehr gemütlich und pitoresk.

 

Wir waren dann in der Fischräucherei und haben uns eingedeckt
und anschliessend auf der Kaimauer gespachtelt. Köstlich. Reste später für die
Möven.

 

Und hier ein wenig über unser Tagesziel: http://de.wikipedia.org/wiki/Gudhjem

 

Blick auf Gudhjem

 

 

Neben uns liegen 2 Motorbootfahrer, mit denen wir uns gut
(wirklich) unterhalten haben. Einer davon von Hause aus Segler und Motorboot,
weil er in Berlin liegt. Deshalb................

 

Abends früh (21.30) zu Bett. Morgen nochmal ausschlafen und
dann auf die Insel. Wetter soll gut werden und 3 bis 4 Bft Wind aus NW; das
passt.

 

 

 

Das ist mein Delfin. Schaut mal bei "Bilder"